Kopf-Kino

Wir verschlafen ein Drittel unseres Lebens, wissen jedoch nicht viel über das Kino, das sich in unserem Kopf abspielt während wir schlafen. Viele von uns schlafen schlecht, Schlafmittel gehören zu den meist gekauften Medikamenten überhaupt. Aber warum schlafen wir eigentlich?

Jeden Tag entstehen Hunderte Millionen Zellen. Die Zellteilung läuft in Ruhephasen bis zu zehnmal schneller ab. Alte, verbrauchte Zellen werden entsorgt, andere repariert. Nachts verarbeitet unser Gehirn zudem die Erlebnisse des Tages und auch das Immunsystem regeneriert sich. Erlerntes wird besser gespeichert. Das Unbewusste dringt durch und wir verarbeiten unsere Emotionen. Deshalb können nun verstärkt Ängste auftauchen, welche Tagsüber verdrängt werden. Ein Drittel unserer Träume können dadurch negative Gefühle beinhalten.

Aber träumen wir jede Nacht? Und warum können sich die einen an ihre Träume erinnern und andere nicht?

Wir durchleben immer wieder drei Phasen: Den Wachzutand, die REM-Schlafphase (engl. Rapid Eye Movement) und die Nicht-REM-Schlafphase. Hauptsächlich während der REM-Phase träumen wir und unser Körper ist gelähmt, damit wir die Sachen, die wir träumen, nicht wirklich tun.

Unser Gehirn ist nie ausgeschaltet, das heißt, dass wir immer in irgendeiner Form mental aktiv sind. Jedoch nur in der REM-Phase träumen wir die richtigen Geschichten, an die wir uns beim Aufwachen auch erinnern.

Doch manche Menschen können sich nie an ihre Träume erinnern. Das Erinnern an die Träume kann man aber trainieren indem man, wenn man aufwacht, sofort aufschreibt, was man noch weiß.

Erschreckend ist, dass Schlafmittel die mitunter meist gekauften Medikamente in Luxemburg sind. Sobald sich körperliche oder psychische Symptome bemerkbar machen, kann man von einer Schlafstörung sprechen und hier sollte man sich unbedingt Hilfe holen beim Hausarzt oder bei einem Therapeuten.

Es gibt die einen denen alles egal ist, die gehen auch locker mit einer Schlafstörung um, andere machen sich darüber Gedanken, haben dadurch Angst vor Schlaflosen Nächten und enden in einem Teufelskreis. Schlaflose Nächte gehören aber wahrscheinlich auch zum Leben dazu. Da sie uns sagen, dass etwas in unserem Leben schief läuft.

Auch nicht jeder, der in der Nacht aufwacht, ist schlafgestört. Das mehrfache Aufwachen gehört sogar zum Schlafzyklus dazu, wir vergessen das Aufwachen aber meistens, vor allem wenn es weniger als zwei bis drei Minuten andauert. Bis zu 15 Mal können wir so in einer Nacht wach werden.

Hier noch ein paar Fakten: Nach drei Stunden haben wir den für uns wertvollsten Schlaf hinter uns. Es gibt Langschläfer, welche bis zu 11 Stunden schlafen und Kurzschläfer, welchen drei Stunden reichen. Die meisten Menschen schlafen zwischen 6,5 und 8 Stunden. Auch Tiere sind nicht immer wach, schlafen jedoch sehr unterschiedlich lange. Nächtliche Atmungsstörungen betreffen zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung. Das Schnarchen tritt sogar wesentlich häufiger auf, muss aber nicht gesundheitsschädlich sein und stört meistens nur den Schlaf des Partners.

 

Die verschiedenen Arten von Träumen:

Erlebnisträume: In ihnen verarbeiten wir die Erlebnisse eines Tages.

Körperträume: Sie sind oft als Warnungen aufzufassen, gesundheitliche Störungen und Krankheiten können sich in ihnen mitteilen.

Angst- und Alpträume: Hier kommen unterbewusste Ängste hoch. Oft werden wir verfolgt, fallen in den Abgrund oder träumen vom Tod.

Glücksträume: Sie treten häufig als Ausgleich auf, wenn wir im Alltag Enttäuschungen hinnehmen mussten.

Luzide Träume: Bei einem luziden Traum ist der Träumer sich dessen bewusst, dass er träumt.

 

Mady Lutgen

 

 

 

Referenzen:

Xie L, Kang H, Iliff JJ et al. Sleep drives metabolite clearance from the adult brain. Science 2013; 342: 373-7.

Neu D, Mairesse O, Hoffmann G et al. Do ‘sleepy’ and ‘tired’ go together? Relationships between sleepiness, fatigue and nonrestorative sleep…  Neuroepidemiology 2010; 35: 1-11

Neu D, Mairesse O, Newell J et al. Does more sleep matter? Differential effects of NREM- and REM-dominant sleep on sleepiness and vigilance. Neurophysiol Clin 2015; 45: 167-75Cloos JM, Bocquet V, Rolland-Portal I et al. Hypnotics and Triazolobenzodiazepines–Best Predictors of High-Dose Benzodiazepine Use: Results from the Luxembourg National Health Insurance Registry. Psychother Psychosom 2015; 84: 273-83.

 

 


Mady Lutgen

Mady is looking back on 18 years of experience in the Luxembourgish media world. She quit her job at Revue to launch an online magazine in which importance will be given to what makes us feel good – inside and out.

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