Die Alleskönnerin

Der Busch mit seinen blassvioletten Blüten wächst wild in ganz Europa, doch besonders häufig findet man Rosmarin an den Küsten des Mittelmeers vor. Darauf deutet schon der aus den lateinischen Wörtern ros und marinus abgeleitete Name hin: „Meertau“. Rosmarin ist eine der ältesten Gewürz- und Heilpflanzen. Im antiken Griechenland wurden die Rosmarinzweige bei religiösen Riten verbrannt. Da der Rauch ähnlich intensiv wie Weihrauch duftet, wurde der Rosmarinbusch auch „Weihrauchbusch“ genannt. Zudem wurde der Geruch brennender Rosmarinzweige im Mittelalter zur Vertreibung böser Geister und zur Desinfektion von Krankenstuben genutzt. Zu Beginn des 19ten Jahrhunderts wiesen französische Wissenschaftler erstmals die antiseptischen, also Bakterien abtötenden Eigenschaften des Rosmarins nach. Im Garten wächst ein Rosmarinbusch, dessen Zweige wir zum Würzen von Speisen und zum Teekochen verwenden.

Heilpflanzen jeder Art pflückt man am besten in trockenem Zustand, nicht bei feuchtem Wetter oder bei Regen. Auch sollte man sie nicht in einem metallenen Behälter einsammeln und lagern, weil der Kontakt mit Metall die Gerbstoffe und Vitamine in den Pflanzen zerstört. Falls Sie keinen Garten haben, so stellen Sie ganz einfach einen Topf mit einer Rosmarinpflanze drauβen auf Ihrem Fenstersims ab. Jetzt können Sie die Zweige pflücken, Ihre Speisen damit würzen oder Tee aufkochen. Für unseren Rosmarintee geben wir einen Zweig in ein Glas mit heiβem Wasser und lassen ihn einige Minuten ziehen. Zum Süβen pressen wir eine Orange aus und rühren den Saft unter den Rosmarintee. Es schmeckt köstlich würzig und erfrischend. Rosmarin regt den Blutkreislauf an und wirkt stabilisierend bei zu niedrigem Blutdruck. Auch regt Rosmarin das zentrale Nervensystem an und hat daher eine stimulierende Wirkung auf unser Gehirn, die Schaltzentrale unseres Nervensystems. Bereits in der Antike steht Rosmarin im Ruf, das Erinnerungsvermögen zu stärken. Zudem wirkt die Heilpflanze auf Ihrem Fenstersims stimulierend auf Funktionsstörungen des Körpers, die auf geschädigte Nervenzellen zurückzuführen sind; bei Verlust des Geruchssinns, bei schlechten Augen oder auch bei Verlust des Sprechvermögens.

Das ätherische Rosmarinöl wird durch Destillation aus der ganzen Pflanze gewonnen. Rosmarinöl stärkt Herz, Galle, Leber und senkt den Cholesterinspiegel. Sie können das Ӧl anwenden, indem Sie Ihre Schläfen oder Nasenlöcher mit einem Tropfen benetzen. Auch verschafft Rosmarinöl Linderung bei verspannten Muskeln, wenn Sie es zur Lockerung an den schmerzenden Stellen einmassieren. Geben Sie bei Grippe und Atembeschwerden einige Tropfen Rosmarinöl in heiβes Wasser und inhalieren Sie den Dampf. Wenn Sie sich erschöpft und energielos fühlen, bringt eine Aromatherapie mit Rosmarinöl Sie wieder auf Touren. Träufeln Sie über den Tag verteilt immer wieder einige Tropfen in eine Duftlampe, lassen Sie den wohltuenden Geruch in Ihrer Wohnung oder an Ihrem Arbeitsplatz verdampfen. Sind Sie unterwegs, so träufeln Sie einige Tropfen auf Ihr Handgelenk und schnuppern regelmäβig daran.

Gönnen Sie sich ein Rosmarinbad, wenn Sie sich schlapp fühlen und frieren. Dazu vermischen Sie 8 bis 10 Tropfen Ӧl mit 100 ml Sahne und geben das Gemisch ins warme Badewasser. Und vergessen Sie nicht, Ihre Gerichte hin und wieder mit einem Zweig dieser schmackhaften Gewürzpflanze zu bereichern. Zu Tomaten und Kartoffeln schmeckt Rosmarin besonders gut. Ein gesundes köstliches Schnellgericht sind Ofenkaroffeln mit Rosmarin und Meersalz. Sie brauchen dazu 1 Kilo festkochende mittelgroβe Kartoffeln, 5 Zweige Rosmarin, 2 EL grobes Salz und 2 EL Olivenöl. Legen Sie die längs halbierten Kartoffeln mit der Schnittfläche nach unten auf das mit Backpapier ausgelegte Blech. Bestreuen Sie die Kartoffeln mit den von den Zweigen gezupften Rosmarinnadeln, mit Meersalz und mit Olivenöl. Backen Sie die Kartoffeln im gut vorgeheizten Ofen mit Umluft bei 175 Grad C. Wenden Sie die Kartoffeln nach 20 Minuten Backzeit und backen Sie die Kartoffeln weitere 20 Minuten. Nach 40 Minuten: Herausnehmen, mit einem Rosmarinzweig garnieren, fertig! Guten Appetit!

 

Linda Graf


Mady Lutgen

Mady is looking back on 18 years of experience in the Luxembourgish media world. She quit her job at Revue to launch an online magazine in which importance will be given to what makes us feel good – inside and out.

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