Das Wundermittel

„Willst du die Liebe einer Frau erringen, gib ihr eine Zwiebel“, hieβ es in der Antike. Es gab also Zwiebeln vom Freier, keine Rosen für die Angebetete, weil Zwiebeln nämlich im Ruf standen, ein Aphrodisiakum zu sein. Die Zwiebel wird seit mehr als 5.000 Jahren von den Menschen verzehrt und ist somit eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt.

Beim Pyramidenbau in Ägypten diente die Zwiebel gar als Zahlungsmittel. Doch nicht nur die Arbeiter, auch die Pharaonen verschmausten liebend gern Zwiebeln, wovon die Zwiebelreste in Tutanchamuns Grabstätte zeugen. Die Zwiebeln wurden dem ehrwürdigen Pharao als Proviant für seine Reise ins Jenseits ins Grab gelegt. Bei den Römern zählte die Zwiebel vor allem unter den Ärmeren zu einem der Grundnahrungsmittel. Den römischen Legionären diente die „cepula“ aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit und weil sie so lange lagerfähig war als Reiseproviant, und wurde folglich im ganzen mitteleuropäischen Raum von ihnen verbreitet. Und dann wurde die Zwiebel ganz schnell zu der am meisten verbreiteten, gezielt gezüchteten Gemüseart, die im abergläubischen Mittelalter gar als Amulett gegen die Pest getragen wurde.

Aus „cepula“ wurde im Mittelhochdeutschen die „zwibolle“, und zu guter Letzt sind wir beim Wort Zwiebel. Die Zwiebel ist ein Feuerwerk an uns wohltuenden Inhaltsstoffen, wobei insbesonders die rote Zwiebel ein begnadeter Heilkünstler ist. Sie enthält doppelt so viele krankheitsvorbeugende Antioxidantien wie ihr gelber Bruder. Antioxidantien bekämpfen die Moleküle in unserem Körper, die für den Alterungsprozess verantwortlich sind.

Zudem versorgt die gute alte Zwiebel unseren Körper mit Kalium, mit Vitamin B und mit Vitamin C, und sie beinhaltet den Wirkstoff Querzetin, der bei Erkältungen und bei Entzündungen stärkend auf unsere Abwehrkräfte einwirkt.

Ein altbewährtes Heilmittel, das Sie bei Entzündungen aller Art selbst herstellen können, ist der Zwiebelwickel: Sie schneiden die Zwiebeln klein, wickeln sie in ein Tuch ein und legen den Wickel dann auf die betroffenen Stellen: auf den Hals, die Ohren, auf Wunden, Brust oder Rücken.

Auch die Herstellung von Hustensirop ist ein Kinderspiel: hacken Sie die Zwiebel klein, übergieβen Sie sie mit Honig, und lassen Sie das Ganze einen Tag lang in einem Schraubglas ziehen. Aufgrund seines Reichtums an Inhaltsstoffen wirkt das immunstärkende Wundergemüse entgiftend, desinfizierend, es beugt Arterienverkalkung vor, wirkt krebspräventiv und senkt den Blutdruck.

Und wenn Sie den Saft einer halbierten Zwiebel auf einen Insektenstich schmieren, so lindern Sie sogleich die Schwellung, und die schmerzende Irritation der Haut lässt nach.

Das Weinen beim Zwiebelschneiden? Das kommt von der hohen Konzentration an ätherischen, durchaus gesundheitsfördernden Senfölen, welche Ihre Schleimhäute reinigen, den Schleim auch von der Lunge lösen und Ihnen somit das Durchatmen erleichtern. Der scharfe Geruch wiederum ist auf die bakterienhemmenden Schwefelverbindungen in der Zwiebel zurückzuführen. Die Zwiebel strotzt nur so von positiven Eigenschaften!

Zudem bleiben die gesundheitsfördernden Nährstoffe beim Kochen erhalten, bei Suppen und Saucen gehen sie über in die Flüssigkeit.

Die Heilpflanze Zwiebel ist aber nicht nur eine medizinische Mahlzeit, sie ist auch eine sehr leckere Speise. Beim bloβen Gedanken an unseren Zwiebelkuchen läuft uns das Wasser im Mund zusammen.

Dazu verkneten wir 200 gr. Mehl mit 1/8 l Wasser, geben etwas Olivenöl und Salz hinzu, und legen den Teig in einer gefetteten Tortenform aus. Wie bei einer Torte ziehen wir die Teigränder hoch und pieken mit einer Gabel Löcher in den Teigboden. Dann rösten wir etwa 500 gr. in Ringe geschnittene Zwiebeln in der Pfanne an, geben sie abgekühlt mit 100 gr. Sauerrahm, 300 gr. Crème Fraîche, mit 2 verquirlten Eiern, mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Kümmel in eine Schüssel. Und verrühren das Ganze. Dann auf den Teigboden damit, mit geriebenem Käse bestreuen, und bei vorgeheiztem Backofen 20 bis 25 Minuten bei 200 Grad backen.

Wenn das nicht genügend Gründe sind, immer ein paar Zwiebeln im Haus zu haben 😉

 

Linda Graf


Mady Lutgen

Mady is looking back on 18 years of experience in the Luxembourgish media world. She quit her job at Revue to launch an online magazine in which importance will be given to what makes us feel good – inside and out.

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